Jahreskonzert 2008

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"Mittelbadische Presse" 15. Dezember 2008


Neuer Ehrendirigent geht mit stehenden Ovationen
Ludwig Vollmer beendet mit Jahreskonzert Ära in der Musikkapelle
Prinzbach-Schönberg / 10.000 Stunden im Einsatz

Mit stehenden Ovationen wurde Ludwig Vollmer von einem großen Publikum in Biberachs Festhalle verabschiedet: Nach 17 Jahren legte der Dirigent der Musikkapelle Prinzbach-Schönberg den Taktstock nieder. Für seine Verdienste wurde er zum Ehrendirigenten ernannt.


Er gehe mit einem lachenden und weinenden Auge, sagte Ludwig Vollmer nach seiner Verabschiedung. Im Frühjahr hatte Vollmer den Musikern mitgeteilt, dass das Jahreskonzert 2008 am Samstag sein letztes als Dirigent sein würde. »Ich wollte den Weg für einen Jüngeren freimachen«, betonte der 56-Jährige. Stress reduzieren, mehr Zeit für die Familie haben: Das seien weitere Gründe. Besonders freut sich der Naturliebhaber, mit Ehefrau Paula mehr Zeit für sonntägliche Wanderungen im Wanderverein zu haben. »Ich bleibe den Prinzbachern als Zuhörer erhalten«, versprach Vollmer. Ebenso der Musikkapelle Unterentersbach, in der er seit 40 Jahren die Posaune bläst.


Letztmals dirigierte Ludwig Vollmer beim Jahreskonzert in Biberachs Festhalle
seine Musikkapelle Pinzbach-Schönberg. Foto: Bohner

»Wir verlieren einen guten Dirigenten und einen lieben Freund«, bedauerte der Vorsitzende Klaus Beck in seiner Abschiedsrede. Vollmer habe die Kapelle in ihrer musikalischen Leistungsfähigkeit stark vorangebracht. Dabei habe er immer verstanden, die Balance zwischen der musikalischen Herausforderung und den Fähigkeiten der einzelnen Musiker zu halten. Besonders die vorbildliche Jugendarbeit des Dirigenten trägt jetzt Früchte: »Die meisten unserer heute aktiven Musiker wurden von Ihnen ausgebildet«, so Beck.
10 000 Stunden hat der Unterentersbacher Ludwig Vollmer in oder mit den Prinzbacher Musikern verbracht, hat Beck errechnet. Dabei habe er viel geleistet, was über die Tätigkeit eines Dirigenten hinausgehe. Als begeisterter Bastler hatte Vollmer in der Kapelle die elektronische Unterstützung eingeführt und für Konzerte technische Details ausgetüftelt, aber auch für die 750-Jahr-Feier einen Spanferkel-Grill gebaut. Mit einer von Kunstschlosser Rolf Vitt geschaffenen Wetterfahne und einem Hotelgutschein bedankten sich die Musiker bei ihrem Dirigenten.

Nachfolger aus Wittelbach
Auch Bürgermeister Hans Peter Heizmann stellte heraus, wie Vollmer die musikalische Qualität der Kapelle gesteigert habe. In der hektischen Adventszeit habe auch das heutige Konzert beigetragen, die Zuhörer in Weihnachtsstimmung zu versetzen. Mit Prinzbachs Ortsvorsteher Alois Wussler überreichte er eine Gedenkmünze.
Mit einem unter Leitung von Christian Schöner heimlich einstudierten Abschieds-Potpourri dankten die 44 Musiker ihrem Dirigenten musikalisch. Nachfolger wird Stefan Griesbaum aus Wittelbach, der im dortigen Verein im Trompetenregister aktiv ist.

Autor: andrea bohner


"Mittelbadische Presse" 15. Dezember 2008

Kontrastprogramm voller Emotionen
Musikkapelle Prinzbach-Schönberg und Dirigent für Konzert »The Best of Ludwig Vollmer« gefeiert

Unter dem Motto »The Best of Ludwig Vollmer« bot die Musikkapelle Prinzbach-Schönberg ein erstklassiges Unterhaltungsprogramm mit Highlights aus den vorigen 17 Jahren.

Biberach. Die geschickte Hand des scheidenden Dirigenten für eine spannungsreiche Titelauswahl bewies sich einmal mehr in einem Programm, das sich durch Kontrastreichtum auszeichnete. Wurde der Zuhörer eben noch bei den Klängen des italienischen Filmkomponisten Ennio Morricone in den brutalen Wilden Westen entführt, so folgte mit der Rockballade »Music« von John Miles ein herzerwärmender Titel. Der Dramatik des Titanic-Untergangs waren luftig-leichte Klänge von Bernsteins West-Side-Story entgegengesetzt.
Den Auftakt des ersten Teils mit Höhepunkten aus den vergangenen Jahren bildete mit dem 2005 gespielten »Omens of love« der jüngste Best-of-Vollmer-Titel. Besonders begeisterte der 2002 ins Programm aufgenommene Soundtrack zum Kinoknüller »Titanic«. Die Stationen des dramatischen Geschehenes wurden klangmalerisch dargestellt: vom Schlagen der Atlantikwellen an den Schiffsrumpf bis zum gewaltigen Aufprall auf den Eisberg und dem leise glucksenden Eindringen des eisigen Wassers. Da kamen auch die Zuhörer ins Frösteln. Und als das Flötenregister zart und verhalten die berühmte Melodie von »My heart will go on« anstimmte, berührte dies.

 


Die »Pinzbach Highlanders« erfüllten dem Dirigenten Ludwig Vollmer mit der gemeinsam mit Kapelle und Projektchor interpretierten »Highland Cathedral« einen Herzenswunsch. Foto: Andrea Bohner


Einige Überraschungen
Teil zwei bot Überraschungen: Robbie Williams »Let me entertain you« entpuppte sich als ausgesprochen spritziges Pop-Arrangement mit vielen Hits von »I will survive« bis »Angel«. Mit wie viel Spaß die Kapelle dieses Stück interpretierte, bewies auch der Freudensprung Vollmers am Ende.
Die Höhepunkte klassischer Musik bescherten die Schlagzeuger Martin Obergföll und Ranjan Vitt. Ob zum »Türkischen Marsch« oder beim Thema aus »Carmen«: In atemberaubendem Tempo sausten ihre Schlegel auf die Xylofon-Stäbe. Lautstarker Beifall und Bravo-Rufe machten eine Zugabe im laufenden Programm nötig.
Ein über 20-köpfiger Projektchor unter Leitung von Adrian Sieferle, der sich aus Aktiven des Prinzbacher Kirchenchors, den »Church Singers« sowie anderen Freizeitsängern zusammensetzte, brachte Gospels zu Gehör – ein Beleg für Vollmers Auffassung, wie gut Blasmusik und Gesang harmonieren.
Zum Schluss wurde noch ein Herzenswunsch des Dirigenten erfüllt: Mit der »Highland Cathedral« wurden die Zuhörer ins schottische Hochland versetzt, passend zogen die »Prinzbach Highlander« mit Dudelsäcken und Pauken in die von Petra Haas, Rita Vitt und Barbara Fritsch wunderschön geschmückte Festhalle ein. Die Musiker bedankten sich mit »Amazing Grace« bei Ludwig Vollmer, der sie beim Erlernen des Dudelsacks unterstützt und ihnen einen Auftritt beim Konzert 2001 ermöglicht hatte: »Ohne Ludwig Vollmer gäbe es uns nicht«, betonte Pipe-Major Stefan Himmelsbach.

Autor: andrea bohner

 


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